Schwellenland
Man
kann es auf den Punkt bringen: in Sachen Kunstförderung sind wir in Baden-Württemberg,
und Deutschland allgemein, Entwicklungsland (geworden). Und dies nach den Größen
in Kunst und Kultur, die Deutschland hervorgebracht hat. Viele Kunstschaffenden
würden sich im Grabe umdrehen.
Nebenbei
bemerkt, hat nicht mal ein Prinzeisenherzfrisurenträger in einer Laber… äh
Talkrunde (so nennt man das doch heute?) gesagt, dass Deutschland keine Kultur
hätte?
Ja,
ganz richtig gelesen, werter Leser, das sagte der Selbstdarsteller, der sich am
liebsten selbst reden hört. Aber keine Furcht, alles, was er sagt, widerruft er
zwei oder drei Sendungen später.
Um
auf den Punkt zu kommen: was wir hier vor der Haustür haben, ist das
Literaturhaus in Stuttgart. Endlich mal was, worauf man sich konzentrieren
könnte. Aber schon wieder wird nix draus, da das Literaturhaus zwar endlich mal
einen Wettbewerb ausschreibt, sogar ein Aufenthaltsstipendium, aber leider darf
man sich aus Stuttgart und der näheren Umgebung nicht darauf bewerben.
Der
Autor schluckt, bleibt aber innerlich und äußerlich ruhig.
Aber
er weiß, dass in anderen Foren bei solch einer Aussage die Wellen sehr hochschlagen
würden.
Da
wäre sicher von Diskriminierung, Sexismus und Rassismus die Rede.
Aber
dies sind natürlich Mutmaßungen, werter Leser, die der Autor ins Blaue oder die
Tastatur hineindenkt.
Was
bleibt ist die Einsicht, dass Stuttgart in den 1920er Jahren eine kulturelle
Metropole war. Auch als Hochburg der Avantgarde bezeichnet.
Heute
ist es die Daimler-Stadt.
Was
würde wohl Emma Aberle zu all dem sagen?