Nepper,
Schlepper, Autorenfänger
Die
neue Geschäftsidee: auf allen Kanälen zeigen sich in „Teasern“, wie es so schön
nun genannt wird, distinguierte bebrillte Herren, die anbieten, „Dein Buch
durch die Decke schießen zu lassen“.
Das
kann man nun kurz überdenken und sich setzen lassen.
Die
so verkleideten Herren haben in ihrer Kernaussage recht, dass wöchentlich 1500
Bücher neu auf den Markt kommen. Der zahlenaffine Leser wird sich das in
Nullkommanix aufs Jahr hochrechnen können. Auch gibt er kein Geheimnis preis,
wenn er sagt, dass genau „Dein Buch“ kein Bestseller werden wird.
Das
ist richtig, denn die Zeiten, da gute Literatur geschätzt wurde, sind vorbei.
Nur noch im Becken des Mainstreams und mit Schreibprogramm kann man bestehen.
Dies sagt mehr über die Leser aus als über alle Autoren. (Übrigens schreibt
Herr King seit vielen Jahren nur noch so, was dem werten Leser, durch die in
allen Büchern gleichen Wiederholungen, sicher aufgefallen ist.)
Schon
allein diese Tatsachen sind für jeden Autoren schlimm genug. Aber das sich
besagte Herren nun auf die Ahnungslosen stürzen und ihnen ihr sauer verdientes
Geld aus der Tasche ziehen, ist unverzeihlich.
Denn
wenn dem so wäre, dann müssten ja alle Kunden der Brillenherren
Bestsellerautoren sein.