19 November, 2023

Die Überforderten

Die sogenannten Herausgeber (die ja gar nicht herausgeben) 

Der Autor weiß, dass der Leser bereits mehrere Male dieses Thema über sich ergehen lassen musste. Der Autor entschuldigt sich. Trotzdem muss er das Thema wieder aufgreifen, da sich immer neue Abgründe auftun. (Zu den alten gibt es mehrere Blogeinträge.)
Da schreiben Literaturzeitschriften Wettbewerbe aus, oder suchen auch nur nach neuen Texten.Viele Autoren senden dazu etwas ein.
 
So weit ist sich der werte Leser über die Situation im Klaren, da bisher keine Hindernisse erkannt werden können.
Nun steht in der Ausschreibung z.B., dass im Mai die Auslobung des Preises stattfindet. Aber nun kommt die Komik zum Tragen, die dem Autor bereits graue Haare hat wachsen lassen. Der Mai vergeht, ohne dass man etwas hört, noch sich die Homepage mit der Ausschreibung ändert. Auch der Juni und der Juli gehen ins Land, sowie der August und der September. Mittlerweile haben viele Autoren die Ausschreibung bereits vergessen (ist dem Schreibenden tatsächlich schon passiert) und der Oktober geht ebenfalls dahin. Auch der November.
Dann, kurz vor Weihnachten, kommt eine Mail, dass die Herausgeber doch einige Wochen länger brauchen. Sie bitten um Geduld bis ins nächste Jahr.

Hat der werte Leser noch Fragen? Der Autor auch nicht. Auch keine Antworten.

P.S.: Es wird nicht besser, wenn jeder eingereichte Text gedruckt wird. Mehr verkneift sich der Autor.

Übrigens wird es nächste Woche um das Thema Chef*Innen gehen. 

12 November, 2023

Großschlachterei Kühnle

Schon wieder der 

Der heutige Blogtext geht schon wieder um die Schlachterei „Kühnle“. Wie ein nicht enden wollender Alptraum ist die Metzgerei Kühnle aus Backnang wieder in die Presse geraten. Und zwar nicht durch ihr gezeigtes Tierwohl oder sonstige positiven Ereignisse, sondern weil sie den Betrieb wieder aufgenommen hat.

Soll heißen: trotz der Protestaktion vor dem „Betrieb“ ließ es sich die Firmenleitung nicht nehmen, ihr Gemetzel (hier stimmt die Begrifflichkeit) in den Todesmauern weiter laufen zu lassen, bzw. wieder aufzunehmen.

Selbst die Staatsanwaltschaft und das Veterinäramt geben Verstöße gegen die Betäubung durch den Bolzenschuss zu, aber „eine regionale Versorgung der Bevölkerung durch Fleisch und Wurst befürwortet…“

Der Befürworter ist übrigens das Veterinäramt im Rems-Murr-Kreis. Und auch wenn die Tierärztin, die damals die Verstöße gedeckt hat, leider nicht im Knast sitzt, interessiert das auch niemanden von den Befürwortern.

Wie Tolstoi schon sagte: „Solange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben.“

Diesen Satz sollte sich jeder, der das Weltgeschehen verfolgt, durch den Kopf gehen lassen.

05 November, 2023

Badewannensketch

Loriot 100 
 
Der große Meister wäre 100 Jahre alte geworden. Das ist einen Blogtext wert. Er, der es verstand wie kaum ein anderer, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Und dabei tat er dies so herrlich suggestiv und unterschwellig, dass viele seiner Fans es wahrscheinlich gar nicht bemerkten, bis er in einem (der sehr wenigen) Interviews ein paar Worte dazu sagte.
Seine Filme haben Kultstatus, seine Sketche sind über Generationen hinweg bekannt sowie seine einmaligen Strichmännchen.
Was den Autor an ihm so begeistert ist seine Perfektion, die seine Mit-Schauspieler sicher beinahe in den Wahnsinn trieb. Sein feiner Humor, der jeder noch so humorferner Natur Lachtränen abgewann.
Loriot war einmalig, solch ein Künstler wird nicht wiederkommen. Sosehr manch merkwürdiger „Comedian“ ihn auch zu imitieren versucht.

Loriot selber hätte diese missglückten Kopieverfehlungen sicher in einen Sketch gepackt.

 

29 Oktober, 2023

Ja, was eigentlich?

Was man von der lokalen Tagespresse noch erwarten kann

Der werte Leser wird sich dies vielleicht auch schon das ein oder andere Mal gefragt haben.
Das Thema „Presse“ hat der Autor schon mehrfach aufgegriffen. Heute möchte er dies nochmals tun, und dabei soll vor allem die lokale Presse betrachtet werden.
Was ist ihr Auftrag? Denn ja, den hat sie. Vor allem hat sie den Auftrag als Mitteilungsblatt, wenn nicht explizit vorhanden, zu fungieren. Wie der Name schon sagt, alles, was lokal ist, zu beleuchten und darüber zu berichten.
Macht sie das? Einige ja. Durch das Arbeiten mit dem geschriebenen Wort kommt der Autor in das Vergnügen, mehrere Exemplare täglich in der Hand zu haben.
Einigen gelingt es sehr gut, andere sind, mit Verlaub, in dieser Hinsicht in der Pfeife zu rauchen.
Liegt es am Fachkräftemangel, dass lokale Ereignisse nicht in die Presse kommen? Oder an der Gleichgültigkeit? Dies dürfte nicht passieren.
Denn wenn von Künstlern, z.B. von Autoren, Leseexemplare ihrer neusten Publikationen ihnen in die Hände kommen, dann haben sie den Auftrag darüber zu berichten. Natürlich fragt sich der werte Leser, ob es manchmal nicht besser ist, sie schweigen darüber, als darüber zu schreiben. Zuweilen hat der Leser den Eindruck, derjenige, der darüber berichtet, hat das Buch gar nicht gelesen.
Aber dies will niemand unterstellen.
 
In unserer Tagespresse wird sehr spärlich über Kunst und Kultur der Region berichtet, und wenn, sind es gekaufte Artikel.
Nur sollten die Verantwortlichen nicht vergessen, dass manch einer nicht nur Künstler, sondern auch Kunde ist. Woher wohl die Verdrossenheit kommt, dass die Zahlen der Zeitungsauflagen drastisch sinken?

Das nachfolgende Gedicht ist den Ludwigsburger Worttagen gewidmet. Nach dem Lesen sind sicher keine Fragen mehr offen. Für einen Blogtext ist dieser Selbstdarstellerzirkus viel zu unwichtig.

Witzveranstaltung

Zu den Ludwigsburger Worttagen

parasitär

von inge jung, im oktober 2023

 

keine bleibe
unter den vertriebenen
keine sprache
unter den ureinwohnern
der traumländer
keine duldung
duldet das ausgewiesenwerden
aus den heimischen auen
 
das wort
bleibt unverstanden
unverständnis
trifft auf den bühnen des landes
die sesshaften
die ausgwiesen werden
ob der fehlenden defizite
andere tragen goldkronen über den roten teppich
 
zurück
bleiben die immer gleichen
die in der masse untergehen
deren gewicht
lediglich
als
wirtstier
dient

 

23 Oktober, 2023

Politik hat in der Kunst nichts verloren!

Frankfurter Buchmesse 2023 
 
Werter Leser, heute wird es länger. Es geht um die oben genannte Buchmesse in Frankfurt, die im Moment läuft.
Der Autor war, wie beide Verlage, die ihn publizieren, nicht dort. Dieses Fernbleiben hat mehrere Gründe: am besten werden sie aufgelistet, dann ist es übersichtlicher (eine sarkastische Anmerkung, mit zwinkerndem Auge).

1. Beide Verlage haben sich dazu entschlossen, nachdem die Messe nun jahrelang wegen Corona ausfiel, nicht daran teilzunehmen. (Die letztjährige war wohl noch etwas eingerostet von der Coronapause). Die Standgebühren sind immens für Verlage, der Vorteil für Verlage geht in den Minusbereich. Selbst das Schöngerede des „Mitmachens um der Sache willen“ und „Präsenzzeigen ist alles“ kann den Aufwand, Stress und die Kosten in keinster Weise aufwiegen. Teilnehmer sind nur, wie immer, die sog. „Global Player“, große Publikumsverlage, die sich mit Mainstream das Programm vollstopfen, und neue Verlage, die noch keine Ahnung haben.
Die einzigen, die sich an der Messe freuen, sind die Konsumenten. Dort trifft man doch den einen oder anderen Autor, kann sich Autogramme geben lassen und Bücher signieren. Auch sonst ist die Veranstaltung ziemlich an Freizeitspaß angepasst, damit man Besucher aller Altersgruppen einfangen kann.
 
2. Das schlimmste No-Go in der Kunst, und meine persönliche Absage an diesen, mittlerweile miesen, verlogenen und verkommenen Verein der Preisverleiher: einer Autorin wird der zugesprochene Preis nun doch nicht übergeben.
Nicht weil nun plötzlich auffiel, dass ein anderer Autor ihn mehr verdient hätte, sondern weil sie Palästinenserin ist.
Die Autorin ist Autorin! Egal, was in ihrem Pass steht. Das ist, bitte schön, aus jeglicher Kunst herauszuhalten! Auch unsere Grünenpolitikerin, Claudia Roth, hat das zu verstehen, wenn sie mal wieder irgendein Kunstwerk wegschaffen oder abdecken lässt. Da geht dem Autor der Hut hoch, werter Leser, denn er kann nicht fassen, dass sie drei Jahre die Managerin von „Ton Steine Scherben“ war. Ziemlich kontrovers, oder? 

3. An dritter Stelle, und dann hört der Autor auch auf, findet er die Selbstbeweihräucherung der Global Player und „Öffentlichen Personen“ ganz, ganz schlimm.
Alles, was dort gesagt wird, ist im Weihrauchnebel der Messeluft zu sehen, Wahrheiten werden nur dort wahr, Versprechen gelten nur über die Messetage.
Ein Künstler und Autor hat, außer er bekommt einen Preis verliehen oder/und gehört zu den verlogenen Preisverleihern, nichts von dieser Messe. 
Und ein Ausblick auf den nächsten Text am Sonntag: „Was kann man von der lokalen Tagespresse noch erwarten“. Den Untertitel verkneife ich mir heute.
 
 

Gefühle in Lyrik verpackt

flackernde sterne 

von inge jung (c), im oktober 2023

 

atme milch

durch die rohre

der abfließenden magensäure

die brennt

sich einbrennt

in die leeren hallen

 

der tritt ist laut

über den köpfen

donnergetöse

bis ins rückenmark

das die sinne benebelt

gedanken in formaldehyd tränkt

 

fehler

sind temporär

einbildung

wenn neben spiegeln

die gedanken

in wasser tauchen

 

ein blick nach vorn

endet im schwarz

der moltontücher

die über flackernde sterne

gehängt wurden

von gnädiger hand

Der bornierte Doktor

Der bornierte Schreiber   Da ist ein Schreiber, der andere als borniert bezeichnet. Auch sein Doktor-Titel, den er brav vor seine regelmäß...